Fragen und Antworten
Hier finden Sie zu den häufigsten Fragen über Implantationen und Kieferorthopädie die passenden Antworten.
Zahnimplantationen und Zahnkliniken in Europa
1. Woraus besteht ein Zahnimplantat?
Das Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, welche die natürliche Zahnwurzel fast vollkommen ersetzt. Darauf wird der Zahnersatz befestigt, welcher nicht zum eigentlichen Zahnimplantat gehört. Entweder bestehen Zahnimplantate aus verschiedenen Metalllegierungen, oder aus Keramik. In der heutigen Zeit hat sich zur Herstellung von Implantaten das Metall Titan in seiner reinsten Zusammensetzung durchgesetzt. Das Material Titan besitzt eine sehr gute Biokompatibilität, wächst zudem absolut fest mit dem Kieferknochen zusammen und verträgt sich ausgezeichnet mit dem Körpergewebe.
Das Zahnimplantat setzt sich aus drei Teilen zusammen:
- Der Implantatkörper. Dieser wird im Kiefer durch Einschrauben, oder Einschlagen befestigt.
- Durch den Implantatpfosten wird eine Verbindung zwischen dem Implantatkörper und der Suprakonstruktion hergestellt,
- Die Suprakonstruktion bildet den Sichtbaren Teil des Implantates und besteht aus dem Teleskop, der Krone und/oder Brücke.
Alleine in Deutschland sind mittlerweile über 75 verschiedene Implantatsysteme auf dem Markt erhältlich. Teilweise unterscheiden sich diese Implantate erheblich von einander. Trotzdem das Ausgangsmaterial Titan oder Keramik gleich ist, werden Zahnimplantate in ihrer Beschaffenheit der Oberfläche, dem Aussehen und der Vielfalt bezüglich der Aufbauten für Zahnkronen sehr unterschiedlich hergestellt. Letztlich aber erfüllen alle den gleichen Zweck. Fester Zahnersatz, der den eigenen Zähnen am nächsten kommt.
3. Seit wann werden Zahnimplantate in der Zahnmedizin verwendet?
Als Ersatz für die Zahnwurzeln werden Implantate aus Titan schon seit 1959 von Zahnärzten in den Kieferknochen eingesetzt. Allerdings dauerte es in Deutschland bis zum Jahre 1982, bevor diese Art des Zahnersatzes wissenschaftlich anerkannt wurde. Der Zahnersatz durch Implantate hat sich in der Zahnheilkunde so rasant entwickelt, dass er mittlerweile zum am schnellsten wachsenden Zweig in der Zahnmedizin gehört. So profitieren nach Schätzungen heute weltweit 4-5 Millionen Patienten von den absoluten Vorteilen des Zahnersatzes durch Implantate.
4. Wie ist das Aussehen eines Zahnimplantates?
Die Vielzahl der verschiedenen Implantattypen ist sehr umfangreich und nimmt ständig zu. Die gebräuchlichste Art in seiner Form ist die Zylinderform und die Schraubenform. Die Oberfläche der Implantate, welche dem Kieferknochen zugewendet ist und mit diesem verwachsen soll, ist mit Rillen versehen, oder zeichnet sich durch ein Gewinde aus, welches an eine normale Schraube erinnert. Die Größe, bzw. der eigentliche Durchmesser des Implantates bewegt sich in der Regel zwischen 3-6 Millimeter. Die Länge von Zahnimplantaten liegt zwischen 9-15 Millimetern.
5. Was geschieht bei einer Implantation?
An der Stelle, wo das Implantat gesetzt werden soll, legt der Zahnarzt den Kiefer frei, indem die Mundschleimhaut aufgeschnitten und zur Seite geklappt wird. In der Regel bohrt danach der Zahnarzt unter örtlicher Betäubung ein loch dort in den Kiefer, wo das Implantat eingepflanzt werden soll. Da es verschiedene Implantate mit unterschiedlichen Befestigungen gibt, kann Anstelle des zu bohrenden Loches auch der Sitz des Implantates in den Kieferknochen eingefräst werden. Danach wird der Kieferchirurg, oder der Zahnarzt das Implantat einsetzen und die Schleimhaut wieder vernähen. Im letzten Schritt wird das Implantat für den Zeitraum der Einheilungsphase mit einer provisorischen Prothetik versorgt.
6. Wie lange hält ein Zahnimplantat?
Inzwischen sind sehr viele Zahnärzte mit dem Einsetzen von Implantaten vertraut. So konnte die Funktionalität insoweit gesteigert werden, als das die Erfolgsrate, sprich volle Funktionalität von Zahnimplantaten und der Prothetik innerhalb einer Erfolgsrate von 5 Jahren bis zu 95% beträgt. Kurz gesagt, sind Probleme innerhalb dieses Zeitraums kaum noch zu verzeichnen. In der Regel und bei sorgfältiger Mundpflege kann heute von einer Haltbarkeit bei Zahnimplantaten von bis zu 15 Jahren ausgegangen werden.
Als Ersatz für einzelne Zähne:
Durch Erkrankungen, Unfällen und Altersbedingt können einzelne Zähne verloren gehen. So entsteht eine Zahnlücke. Dieses wirkt sich auf das Aussehen, die Ästhetik und das Wohlbefinden, sowie die Funktionalität des Gebisses negativ aus. Hiervon ist natürlich im besonderen Masse der Frontbereich des Gebisses betroffen. Genau in diesem Bereich findet das Einzelimplantat zunehmend Anwendung. Der Einsatz eines Zahnimplantates bietet somit die Möglichkeit, eine Zahnlücke für den Patienten ästhetisch und funktional zu schließen. Hierbei wird das Empfinden, es handelt sich um Körpereigenen Zahnersatz unterstützt, da auch das Gefühl erhalten bleibt. Gleichzeitig wird durch die Verwendung des Implantates verhindert, dass es zu einer Rückbildung des Kieferknochens kommt und der Verlust weiterer Zähne entsteht. Die Nachbarzähne werden geschont und die Zahnsubstanz bleibt erhalten.
Zur Füllung größerer Zahnlücken:
Das Fehlen mehrer Zähne und die damit verbundenen Zahnlücken wurden in der Vergangenheit durch mehrgliedrige Brücken geschlossen. Hierfür wurden gesunde Zähne angeschliffen -Zahnsubstanz vernichtet- um für die Befestigung der Zahnbrücken die Voraussetzung zu schaffen. Dieses Abschleifen gesunder Zähne führte häufig zum Verlust weiter Zähne und/oder zur Lockerung der eingesetzten Zahnbrücke. Somit erfolgte weiter Zahnverlust und es bestand nur noch die Möglichkeit des Einsetzens einer herausnehmbaren Zahnprothese. Genau hier ergibt sich durch die Verwendung von Zahnimplantaten die beste Alternative. Wenn in einer Zahnreihe eine größere Zahnlücke entstanden ist, wird durch den Einsatz von Implantaten die Möglichkeit geschaffen, festen Zahnersatz sicher im Kiefer zu befestigen und somit kann auf die unangenehme Alternative des herausnehmbaren Zahnersatzes verzichtet werden.
Wenn Zahnreihen verkürzt sind:
Es kommt zunehmend vor, dass einzelne und/oder mehrere Zähne am Ende einer Zahnreihe schon von Geburt an nicht vorhanden sind. Auch in diesen Fällen kann durch das Einsetzen von Zahnimplantaten der Anschluss und die Vollständigkeit einer Zahnreihe hergestellt werden. So kann häufig schon ein einzelnes Zahnimplantat der Zahnbrücke den nötigen Halt verleihen und das Kippen, die Fehlstellung der natürlichen Zähne verhindern. Als weiter, großer Vorteil wird die Rückbildung des Kieferknochens weitgehend vermieden.
Im Zahnlose Kiefer:
In der Regel sind herausnehmbare, nicht fest verankerte Vollprothesen und hier im Besonderen Unterkieferprothesen für Patienten sehr ungenehm. Die Vollprothesen im Unterkiefer werden im Gegensatz zu Oberkieferprothesen, die sich am Gaumen festsaugen, nur mit einem sehr schmalen Kieferkamm gehalten. Hierdurch kann es vorkommen, dass sich die Prothese beim Lachen und heftigem Niesen löst und auf dem Boden landet. Auch können bei der Nahrungszerkleinerung unangenehme Kaugeräusche entstehen. Da sich nach einiger Zeit der Kieferknochen zurückbildet, werden durch den fehlenden Halt die Probleme beim Tragen einer Vollprothese zunehmend verschlimmert. Da die herausnehmbare Vollprothese nur an der Schleimhaut des Mundes Befestigung findet, ist die Rückbildung des Kieferknochens vorgegeben.
Genau hierbei kommen Zahnimplantate zunehmend häufig zum Einsatz. Durch den Einsatz von 2-3 Implantaten kann eine herausnehmbare (Implantatgetragene) Vollprothese mit bestimmten Vorrichtungen fixiert (angeklemmt) werden. Wenn genügend Masse beim Kieferknochen vorhanden ist, kann alternativ zur herausnehmbaren, fixierten Vollprothese eine Implantatgetragene, feste Vollprothese (Brücke) verankert werden.
8. Können alle Patienten Implantate tragen?
Grundsätzlich können Implantate nicht bei allen Patienten eingepflanzt werden, trotzdem hier keine Altersgrenze angegeben ist. Für das Setzen von Implantaten sind vielmehr der Zustand des Kiefers und hier im Besonderen die vorhandene Knochensubstanz entscheidend. Weiterhin sind der Allgemeinzustand der gesamten Zähne und eventuelle Erkrankungen für die Ablehnung von Implantaten entscheidend.
- Für das Setzen von Implantaten muss genügend Kieferknochen in nicht brüchiger Qualität vorhanden sein.
- Bevor Implantate gesetzt werden können, müssen die vorhandenen und verbleibenden Zähne saniert werden und eventuelle Zahnfleischerkrankungen ausheilen.
- Eine Versorgung mit Implantaten wird dann abgelehnt, wenn Herz- und Kreislauferkrankungen vorliegen, oder bei Tumorbehandlungen und Chemotherapie.
10. Was geschieht bei zu wenig Kieferknochen und/oder schlechter Knochenqualität?
Es ist auch bei schlechter, oder nicht ausreichender Knochenqualität möglich, Implantate zu setzen. Allerdings muss dann der Kieferkammknochen vorher aufgebaut werden, um den Implantaten auf Dauer den erforderlichen Halt zu verschaffen. Hierzu verwendet der Kieferchirurg ein synthetisches, Knochenähnliches Material. Dieses synthetisch hergestellte Knochenaufbaumaterial wird operativ so in den vorhandenen Kieferknochen eingebracht, dass eine Art Leitschiene entsteht, an der ein neu entstehender Kieferknochen Halt findet und anwachsen kann. Das synthetische Knochenmaterial weist kleine Poren auf. In diesen verwächst der sich neu bildende Kieferknochen und findet so dauerhaften, festen Halt. Das synthetische Knochenmaterial besteht aus reinem Plasma Material und wird vom bestehenden Knochen innerhalb eines Jahres vollständig aufgesogen/resorbiert. Die Bioverträglichkeit ist sehr gut und Infektionen sind kaum bekannt.
11. Ist die Implantation mit Schmerzen verbunden?
Bei einem guten Zahnarzt werden beim Setzen von Implantaten keine Schmerzen während der Behandlung entstehen. Hierfür wendet der Zahnarzt die lokale Anästhesie an, oder zieht einen Narkosearzt zur Beobachtung von Angstpatienten während der Vollnarkose hinzu.
13. Welche sonstigen Risiken können beim Setzen von Implantaten noch entstehen?
Da nach dem Setzen von Implantaten zwischen der frei gelegten Schleimhaut und dem eingesetzten Implantat in diese Zwischenräume Bakterien eindringen können, ist der erforderlichen, intensiven Mundhygiene besondere Beachtung zu widmen, da es ansonsten zu lokalen Entzündungen kommen kann. Eine vernachlässigte Mundhygiene kann zur Entzündung und somit der Unterbrechung in der Einheilungsphase führen. Dies wiederum kann das Entfernen des Implantates, den Implantatverlust hervorrufen. Hiervon ist besonders die ca. 20 Monate andauernde Einheilungsphase betroffen. Weiterhin können Schmerzen und Probleme nach dem Setzen von Implantaten auftreten, wenn:
- Wenn das Implantat in der Einheilungsphase überlastet wird, können Schmerzen und Druckgefühle auftreten.
- Speziell im Oberkieferbereich kann es zu Entzündungen der Kieferhöhle kommen.
- Sollte vom Zahnarzt während des operativen Eingriffs ein Nerv verletzt worden sein, kann dies zu Taubheitsgefühlen führen.
- In sehr seltenen Fällen kann es nach dem Setzen des Implantates zu Störungen der Wundheilung kommen, hervorgerufen durch eventuell nicht erkannte Grunderkrankungen.
14. Kann ein Zahnimplantat wieder verloren gehen?
Wie bei den eigenen Zähnen auch, können Zahnimplantate von Parodontose befallen werden. Somit kann auch ein Zahnimplantat durch diese Parodontose bedingte Lockerung verloren gehen. Ein sehr wichtiger Aspekt zur Vermeidung von Problemen ist die ausreichende Mundhygiene.
15. Wie geht es nach dem Implantations-Eingriff weiter?
In der gesamten Einheilungsphase sollte das Implantat vom Zahnarzt regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterworfen werden. Hierbei kann der Kieferchirurg feststellen, wie das Implantat in den Kiefer einheilt und mit dem Kieferknochen verwächst. Dieser Zeitraum, in dem das Implantat in den Kiefer einheilt und mit dem Kieferknochen verwächst, dauert in der Regel bis zu 8 Monaten. Nach dieser Einheilungsphase wird die provisorische Krone entfernt und es erfolgt die prothetische Versorgung. Somit ist die Implantatversorgung nach ca. 6-8 Monaten abgeschlossen. Natürlich sollten regelmäßige Nachuntersuchungen erfolgen.
16. Mit welchen Kosten müssen Sie bei Implantaten rechnen?
Grundsätzlich werden Implantate durch die gesetzliche Krankenversicherung nicht abgesichert und bezahlt. Natürlich wird aber der normale Festzuschuss in Anrechnung gebracht. Allerdings gibt es Ausnahmen, wenn eine andere Versorgung mit Zahnersatz keine Besserung bringen würde und/oder nicht durchführbar ist. Grundsätzlich sollte vor dem Setzen von Implantaten immer die Krankenversicherung informiert werden. Eventuell sind Zuzahlungen möglich und deren Höhe verhandelbar.
17. Kann nach der Entfernung eines Zahnes umgehend ein Implantat gesetzt werden?
Grundsätzlich ist dies unter den Voraussetzungen möglich, dass der Kieferknochen eine gewisse Stabilität aufweist und keinerlei Entzündungen vorhanden sind. Eine Sofortimplantation nach der Entfernung eines und/oder mehrerer Zähne hat auch noch den weiteren Vorteil, dass einem Abbau des Kieferknochens so entgegen gewirkt wird.
Da in den meisten Fällen diese Voraussetzungen nicht vorhanden sind, wir nach der Zahnentfernung eine Wartezeit bis zum Einsetzen des Implantates angestrebt. Diese kann sich je nach den gegebenen Umständen bis zu 6 Monaten hinziehen. In dieser Wartephase bildet sich in der Knochenhöhle des entfernten Zahns neuer, meist sehr stabiler Kieferknochen.
Eine neue Möglichkeit, den Patienten mit funktionsfähigem Zahnersatz direkt nach der Entfernung des Zahns zu versorgen, ist der Einsatz eines speziellen, dünnen Zahnimplantates. Dieses dünne Sofortimplantat besteht aus dem gleichen Material wie die endgültigen Implantate. Der einzige Unterschied besteht in der Größe und in der Form. Dieses Implantat wird nach ca. 6 Monaten wieder entfernt, um dann das endgültige Implantat einzusetzen.
18. Ist es möglich, bei Jugendlichen und Kindern Implantate einzupflanzen?
Um aufwendige und sehr teure Apparaturen bei der Zahnregulierung von Kindern und Jugendlichen zu umgehen, werden teilweise schon Implantate verwendet. Allerdings kann der Einsatz von Implantaten bei Jugendlichen Probleme geben, da der Kiefer noch nicht ausgewachsen ist. Hier sollten Implantate generell erst nach dem letzen, großen Wachstumsschub eingepflanzt werden, da der Kieferknochen im Umfeld des Implantates nicht normal weiter wächst. Bei Jungen sollten Implantate nicht vor dem 17. Lebensjahr und bei Mädels nicht vor dem 15. Lebensjahr eingesetzt werden. Wenn es keine anderen Möglichkeiten, als das Setzen von Implantaten bei Kindern und Jugendlichen gibt, kann man zur Prothetischen Versorgung Zahnkronen verwenden, die durch Verschraubungen befestigt werden, welche verstellt und dem Wachstum des Kiefers angepasst werden können.
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