Implantation - Komplikationen und Risiken

Während der Implantation können Komplikationen auftreten. Um die Komplikationen während der Implantat Operation zu minimieren ist ein Implantologe mit fundiertem Fachwissen und Erfahrungen ein wichtiger Bestandteil für eine gelungene Implantat Operation.

Das Setzen von Implantaten ist wie jeder operative Eingriff, natürlich auch mit allerlei Risiken für den Patienten verbunden. Allerdings kann speziell der Implantologe bei der Ausführung seiner Arbeit, dem Setzen von Implantaten, eher mit einem Mechaniker, als mit einem Arzt verglichen werden. Ein guter, seriöser Implantologe wird vorher unbedingt mit dem Patienten die Risiken, Erfolgsaussichten und natürlich die entstehenden Kosten für das Setzen von Implantaten und der anschließenden Prothetik besprechen. Immer und in jedem Fall sollten natürlich auch Alternativen zum Implantat erörtert und angeboten werden.
 
Zahnarztpraxen und Implantologen in Europa
  
Eventuelle Komplikationen beim Setzen von Implantaten währen der Operation.

Die falsche Position der Implantate:

Für den Patienten ist eine fehlerhafte Position der Implantate in der Einheilungsphase so gut wie nie feststellbar. Die schräg im Kiefer eingesetzten Implantate verbinden sich während der Einheilungsphase mit diesem genauso. Allerdings ist durch die falsche und fehlerhafte Positionierung der Implantate der Irrweg für die nächsten, meist unlösbaren Probleme geebnet. Grundsätzlich ist die falsche Position der Implantate im Kiefer auf das falsche Setzen durch den Zahnarzt zurückzuführen. Hier liegt häufig ein Fehler in der Planung vor, der auf dem fehlende Wissen und der mangelnde Erfahrung des Implantologen, Zahnarztes oder Kieferchirurgen beruht und sich zudem auf prothetische und chirurgische Grundlagen bezieht, die aus Unkenntnis nicht angewendet wurden.
 
Selbst wenn der Patient unrealisierbare Vorstellungen und Wünsche bezüglich der Versorgung mit Implantaten wünscht, ist es die Aufgabe des Chirurgen, diese Wünsche nicht zu akzeptieren und die Implantation zu verweigern. Somit sollten die absolute Aufklärung und das intensive Gespräch mit dem Patienten immer und ausschließlich im Vordergrund stehen. Vor jeder Implantation ist dies ist als wichtigste Aufgabe des Zahnarztes zu betrachten. 

Das Auftreten von Blutungen während der Operation:

Immer dann, wenn von außen in den Körper eingegriffen wird, kommt es zwangsläufig auch zu Blutungen. Das ist bei einer Implantation, welche auch einen Eingriff in den Körper bedeutet, nicht anders. Hierbei wird das Zahnfleisch geöffnet und zur Seite geklappt, sowie ein Loch, oder Schlitz zur Aufnahme des Implantats in den Kieferknochen gebohrt, oder gefräst. In der Regel entstehen dabei Blutungen im geringen Umfang. Natürlich kann es bei der Implantation auch zur Verletzung von arteriellen Gefäßen kommen. Diese Komplikation stellt in der Regel keine Gefahr für den Patienten dar, weil ein erfahrener Implantologe hiermit umgehen kann und die Blutung wieder zum Stoppen bringt. Blutungen während der Implantation die den Patienten gefährden, kommen sehr selten vor. Allerdings muss der Implantologe immer über eventuell auftretende Blutungen ausreichend und für den Patienten verständlich informieren.
 
Sollten Implantat Patienten Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, oder unter Blutgerinnungsstörungen leiden, ist in jedem Fall vor der Implantation ein Gerinnungstest durchzuführen. Je nach dem Ergebnis der Untersuchung sollte die Dosis der Medikamente, welche das Blut verdünnen abgesetzt oder in geringerer Menge verabreicht werden. Dies natürlich nur dann, wenn der Patient hierdurch nicht gefährdet wird.  

Die Schädigung der Nerven oder auch Nervirritation:

Bei der Implantation kann es in sehr seltenen Fällen zur Schädigung von Nerve, der so genannten Nervirritation kommen. Im Bereich des Kiefers gibt es nur zwei Nerven, die von durch eine Nervenschädigung beim Einsatz von Implantaten in Mitleidenschaft gezogen werden können.
 
1. Die Schädigung des Zungennervs:
 
In sehr seltenen Fällen kann es bei der Implantation zur Verletzung des Zungennervs kommen. Dieser verläuft im hinteren Kieferbereich rechts und links zungenseitig. Der Zungennerv ist für das eigentliche Gefühl in der Zunge verantwortlich und steuert gleichzeitig die Geschmacksnerven an. Bei einer Verletzung des Zungennervs können das Gefühl und der Geschmack zeitweilig verloren gehen. In sehr seltenen Fällen ist dieser Zustand irreparabel.
 
2. Die Schädigung vom Unterkiefernerv:

Ein sehr empfindlicher Nerv verläuft im seitlichen, hinteren Bereich des Unterkieferknochens: Dieser Nerv ist zuständig zur Weiterleitung des Lippengefühls an die entsprechende Stelle im Gehirn. Wenn ein Implantat in der Nähe von diesem äußerst sensiblen Nerv gesetzt wird, kann dies zu einer Reizung des Nervs führen, die aber in den meisten Fällen von vorübergehender Natur ist. Der Patient nimmt bei einer Reizung des Lippennervs ein Gefühl wahr, als wäre die betroffene Lippenregion betäubt und/oder ein leichtes Kribbeln, so als würde die Betäubung langsam nachlassen. Diese Überempfindung kann dann anhaltend sein, wenn der Nerv beim Setzen des Implantates stark verletzt, oder durchtrennt wurde. Solle dies in sehr seltenen Fällen durch einen unerfahrenen Implantologen geschehen sein, ist die Entfernung des Implantates anzuraten. Hierbei spricht der Kieferchirurg von einer Explantation. 

Die Verletzung benachbarter Zähne:

Beim Bohren, Schlagen oder Einschleifen der Implantatlöcher in den Unter- Oberkiefer können anatomische, unübliche Besonderheiten, eine falsche Planung des Zahnarztes, oder einfach nur nicht ausreichende Erfahrung für eine Verletzung der Nachbarzähne in frage kommen. Auch kann es dazu kommen, dass die Wurzeln der Nachbarzähne beim Bohren des Implantatlochs verletzt und im schlimmsten Falle, abgetötet werden. Hier spricht der Zahnarzt dann von einer Devitalisierung des Zahns, die dann in den meisten Fällen mit einer Wurzelfüllung endet.
 
Wenn die Zahnwurzeln im Kiefer des Patienten sehr eng zu einander stehen, sind die Risiken einer Nachbarzahnverletzung beim Bohren und auch Einbringen des Implantats als sehr hoch zu bezeichnen. Hier sollte der Zahnarzt sehr genau den Sitz des Implantates prüfen und die Arbeiten durch Kontrolle mit Röntgenaufnahmen überwachen und in verschieden Schritten durchführen. Grundsätzlich ist die Schädigung der Nachbarzähne immer auf das Fehlverhalten des Zahnarztes zurück zuführen und von diesem zu verantworten.

Die Öffnung der Kieferhöhle:

Bei der Implantation kann es, genauso wie bei der Entfernung eines Oberkieferzahns, zur Eröffnung der Kiefernhöhle kommen. Gleichzeitung kann es dann zu einer Infektion in der Kieferhöhle kommen, wenn diese aus einer bestehenden Infektion der Mundhöhle in die Kiefernhöhle geleitet wird. Zur Vermeidung dieser Umstände muss der Kieferchirurg vor der Implantation genau das Angebot von Knochenmaterial im Seitenbereich des Oberkiefers bestimmen. So ist es dem Zahnarzt möglich, die genaue Länge des Implantates zu bestimmen. Bei nicht ausreichendem Knochenmaterial werden in der Regel Maßnahmen zum Knochenaufbau besprochen und vom Zahnarzt angeboten. Aus Erfahrung hat sich ergeben, dass Implantate maximal 2 Millimeter tief in die Kieferhöhle hineinragen dürfen. 

Durchbohrung des Kieferknochens, die Perforation:

Als Folge falsche Ausrichtung beim Bohren des Implantatloches und nicht genügendes Knochenmaterial kann die Perforation, das Durchbohren des Kieferknochens auftreten. In jedem Fall ist diese Verletzung auf eine unzureichende Vorbereitung und Kenntnis des Zahnarztes zurück zuführen und fällt voll in dessen Verantwortungsbereich. Bei der Durchbohrung des Kieferknochens, egal in welcher Richtung, besteht zudem immer das Risiko, der Verletzung von Blutgefäßen, Nervenstrukturen und der gesamten Mundhöhle. Grundsätzlich muss ein Implantat immer komplett von allen Seiten mit ausreichendem Knochenmaterial umgeben sein. Die Röntgenaufnahme nach der Implantation gibt dem Patienten und dem Zahnarzt Sicherheit, dass das Implantat richtig sitzt und eine lange Lebensdauer (bis zu 15 Jahren) erreichen kann.